LONECAMP
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Claus Theo Gärtner

Im Sommer 2012 fiel die letzte Klappe von „Ein Fall für zwei“.

Was ist in der Zwischenzeit passiert?

CTG:

Eine ganze Menge. Ich habe das gemacht, was wir geplant haben und was auch ein Grund war aufzuhören. Ich habe mit meiner Frau und meinem 12,5 Tonner Allrad Wohnmobil meine Reise durch Afrika gemacht und durch Europa und so weiter und so weiter. Das haben wir gemacht. Dann habe ich in der Zwischenzeit Theater gespielt, in Basel, und ansonsten habe ich den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Ich wollte ja auch mal nichts tun. Das habe ich jetzt gemacht. Aber demnächst geht’s wieder los.

 

Wenn Du Theater spielst, hast Du irgendwelche Rituale, wie Du den Text einstudierst? Wie viel Vorbereitungszeit benötigst Du im Schnitt für ein Stück?

CTG:

Normalerweise sind die Proben ja so ungefähr sechs Wochen lang. Je nach Text. Ich tue mich schwer, immer noch den Text zu lernen, weil ich bin eine faule Sau und ich kann immer nur unter dem Damoklesschwert lernen. Ich weiß genau, ich habe vier Wochen Zeit aber einen Tag vor Probenbeginn fange ich dann an zu lernen. Kann ich leider nicht anders. Ich habe es in den dreiundsiebzig Jahren nicht besser gelernt.

 

Wer hat den Wunsch geprägt, Schauspieler zu werden?

CTG:

Na ich! Ich hatte keine Ahnung, dass es den Beruf überhaupt gibt. Und trotzdem wusste ich, ich wollte es werden, weil ich hatte schon als kleines Kind Zirkus und Theater gespielt, ohne dass ich wusste, dass es Theater gibt. Ich konnte da immer überzeugen, schon als Kind. Das habe ich gemerkt, das hat mir Spaß gemacht und da wusste ich, ich will Schauspieler werden! Das heißt, ich wollte gar nicht Schauspieler werden. Ich wollte Tarzan werden, weil das war der erste Film, den ich in meinem Leben gesehen habe. Da war ich, glaube ich, fünf oder sechs. Und ich saß im Kino und drehte mich immer um zu den kleinen Löchern da oben wo der Lichtkegel herauskam. Ich hab‘ gedacht, das muss da oben alles hinter diesem Loch wirklich sein. Ich bin am nächsten Tag auch um das Kino geschlichen und hab‘ versucht den Urwald zu finden. (lacht) Und irgendwann habe ich dann gemerkt, dass der Tarzan ein Schauspieler ist und dann habe ich gesagt, das möchte ich auch werden.

 

Wer gehört zu Deinen Lieblingsschauspielern?

CTG:

Es gibt so eine ganze Menge toller Schauspieler und immer wenn ich einen Film gerade mit dem sehe, dann ist das gerade mein Lieblingsschauspieler und wenn ich den nächsten Film sehe, ist das mein Lieblingsschauspieler, oder Schauspielerin.

 

Welche, Rollen/Charaktere würdest Du gern in Zukunft spielen?

CTG:

In meinem Alter schränkt sich das ja nun ein. Die jungen Helden, die kann und will ich auch nicht mehr spielen. Den King Lear, den berühmten, den man in meinem Alter spielen kann, ich glaube dazu bin ich zu faul. (lacht)

Kommen wir mal zu „Ein Fall für zwei“.

 

Wie lange hat es gedauert, bis „Ein Fall für zwei“ im Kasten war?

CTG:

Drei Wochen. Dann kommt noch die Nachbearbeitung oder Post Production, wie das in Neudeutsch heißt. Meine Arbeitszeit an einem Film war drei Wochen. Das änderte sich dann, wenn ich Regie geführt habe. Dann hatte ich ein bisschen mehr zu tun, weil ich an der Vorbereitung und an der, wie war das schöne Wort, Postproduction, beteiligt war.

 

Wie ist es denn zu Deiner Regiearbeit gekommen?

CTG:

Das hat sich einfach so ergeben, dass der Produzent mich eines Tages auf Empfehlung von vielen Kammeraleuten und Kollegen fragte: „Mensch, mach Du das doch mal!“ Und das ist jedes Mal gut gegangen. Wenn man fünfzig Jahre Theater spielt und Filme macht, dann weiß man auch wie Regie geht.

 

Hast Du eine Lieblingsfolge von „Ein Fall für zwei“?

CTG:

Ich habe das zweiunddreißig Jahre lang gemacht. Wenn ich jetzt eine meiner Lieblingsfolgen empfehlen würde, dann wäre ich ja quasi ein Kind. (lacht) Dann würd‘ ich mich als Kind empfehlen. Nee, das kann man nicht sagen, welche meine Lieblingsfolgen waren. Ich kann sagen, welche mir am meisten Spaß gemacht hat. Das sind immer dann die Momente gewesen,  wo ich mit einem Flugzeug fliegen durfte, wo ich mit einem Motorrad durch die Dünen rasen durfte, wo ich mit einem Rennwagen über den Flugplatz fahren durfte oder solche verrückten Sachen, die man sonst als Sterblicher ja gar nicht machen kann.

 

Hast Du alle Stunts selber gemacht?

CTG:

Nicht alle, die technisch bedingt waren. Da gibt es ja auch die Profis für, und die brauchten mich ja auch zum Drehen und nicht im Krankenhaus.

 

Gab es Unfälle?

CTG:

Ich hab mir ab und zu Blaue Flecken geholt, aber es war nie was Schlimmes.

Bei der Vielzahl der Krimis heutzutage. Hast Du einen Favoriten?

CTG:

Gar nicht! Ich bin überhaupt nicht für szenische Filme und Fiction. Das ist nicht so mein Ding. Wenn ich Fernsehen sehe, dann sind das meistens Magazine oder Nachrichten. Nicht unbedingt Tierfilme (lacht), aber auch.

 

Du kommst als Matula zurück ins Fernsehen. Gibt es schon einen Sendetermin?

CTG

Das wird am Samstagabend 20.15 Uhr Prime Time laufen.

 

Was kannst Du darüber erzählen? Wie unterscheidet sich diese neue Serie von Ein Fall für zwei?

Serie ist das ja nicht. Wenn, dann wird es eine Reihe, das würde bedeuten, wenn das mit dem ersten klappt und das kommt gut an, dann werden vielleicht im darauf folgenden Jahr drei weitere gedreht. So ist das angedacht. Aber wollen wir erstmal abwarten. Soll erstmal der erste gut werden, dass die sagen. „Au ja, es lohnt sich da, weiter zu machen!“

Gibt es schon Drehorte?

CTG:

Drehorte gibt es auch. Das ganze fängt in Frankfurt an und endet an der Nordsee. Also Frankfurt ist Heimatstadt, aber durch seinen Auftrag, den er da hat, landet das ganze an der Nordsee, spielt dann auch an der Nordsee, und was sich von dem alten „Ein Fall für zwei“ unterscheidet, der mit zwei anderen Schauspielern weiter gedreht wird, ist, dass Matula nun allein ist, ohne Anwalt und quasi sein Rentnerdasein erlebt, aber zu nichts kommt, weil er dauernd immer Aufträge hat. Er will immer auf Reisen gehen, aber er wird immer davon abgehalten, indem er dann sich doch für einen Auftrag interessiert.

 

Du sagtest, dass auch ein Hund mit von der Partie ist…

CTG

Ja, Matula wird auch einen Hund haben.

 

Wurde er schon gecastet?

CTG

Nein, aber ich habe eine Vorstellung wie er aussieht.

Wie?

CTG

Wie Deiner. (lacht)

Jetzt müssen wir ihn beschreiben… Also, ein Ofenrohr auf vier Beinen mit spitzen Ohren, nach oben stehend, hell wach und einen Kringelschwanz.

 

An welches Tier erinnert er Dich am meisten? Fuchs, Reh, Fledermaus. Das habe ich alles schon gehört.

CTG:

Na, doch an einen vollgefressenen Kurzhaar Fuchs (lacht)

Kommen wir zur schnellen Runde.

 

Youtube oder TV?

CTG:

TV

Derrick oder Der Alte?

CTG:

Der Alte

 

Dein letzter Kinofilm?

Ich glaube Operation Ganymed

Komödie oder Thriller?

Komödie

 

Dein letztes Konzert?

AC DC

 

Ich habe mir immer die Frage gestellt, ob Du schon mal darüber nachgedacht hast, Deine markante Stimme in ein Lied zu vertonen?

CTG

Das wurde ich schon mehrfach gefragt. Ein bisschen singen kann ich. Mein Musiklehrer hat immer gesagt: „Es gibt keinen Menschen, der nicht singen kann. Man drückt sich höchstens davor“, hat er immer gesagt.

 

Gibt es da in der Zukunft vielleicht ein Projekt?

CTG

Ja, ich habe ja einen Freund, beziehungsweise mein Agent. Der schreibt Texte und hat sich da der Musik verschrieben und nun hat er auch was für mich geschrieben und da möchte er gerne, dass ich das vielleicht mal in so einer Art Sprechgesang ausprobiere. Da ich die ganze Truppe sehr mag, probiere ich das auch aus.

 

Was hörst Du denn am liebsten für Musik?

CTG:

Das ist ein großes breites Spektrum aber aufgewachsen bin ich natürlich mit den Beatles und den Stones und ich bin natürlich ein alter Rocker.

 

Claus, ich danke Dir herzlich für das Gespräch.

CTG:

Gerngeschehen

 

 

Interview: Felix Frommberger

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